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Wenn du an Deutschland denkst, kommen dir wahrscheinlich hohe Burgen, schäumende Bierkrüge und die Autobahn in den Sinn. Doch unter der Oberfläche dieses mitteleuropäischen Kraftpakets verbirgt sich ein riesiges, miteinander verbundenes Netz aus Flüssen, Seen und Wasserwegen, das es mit jedem Angelrevier in Europa aufnehmen kann. In Deutschland nimmt man das Angeln ernst, und das aus gutem Grund. Mit mehr als 12.000 natürlichen Seen, über 7.000 Kilometern vernetzten Flüssen und Wasserstraßen sowie Küsten an Nord- und Ostsee ist das Land wie gemacht für Angler, die einen besonderen und lohnenden Angelurlaub suchen.
Deutschland hat eine Fläche von rund 357.000 Quadratkilometern und gehört damit zu den größten Ländern Europas. Etwa 84 Millionen Menschen leben hier. Im Norden reichen die windgepeitschten Küsten von Nord- und Ostsee ins Land hinein, weiter südlich folgen Mittelgebirge und schließlich die beeindruckenden Gipfel der Bayerischen Alpen. Diese landschaftliche Vielfalt sorgt auch für eine enorme Vielfalt an Angelgewässern.
Der Rhein, einer der mächtigsten Flüsse Europas, fließt auf etwa 865 Kilometern durch Deutschland, von spektakulären Landschaften am Bodensee bis zur niederländischen Grenze. Auch Elbe, Weser, Donau und Oder prägen das Land. Im Nordosten liegt die Mecklenburgische Seenplatte, das größte zusammenhängende Seengebiet Deutschlands mit über 1.000 Seen. Bayern ist übersät mit kristallklaren Alpenseen wie dem Chiemsee, dem Bodensee, den sich Deutschland mit AT und CH teilt, und dem beeindruckenden Ammersee. Rund um Berlin findest du mehr als 100 Seen und Flüsse, und selbst im Herzen des Landes bist du nie weit von einem fischreichen Gewässer entfernt.
Deutschlands Binnen- und Küstengewässer beherbergen eine beeindruckende Vielfalt an Fischarten. Insgesamt sind 277 Arten dokumentiert, darunter heimische und eingesetzte Bestände. Zu den wichtigsten Zielfischen im Süßwasser zählen:
An der Nordküste bietet die Ostsee Chancen auf Dorsch, Hering, Hornhecht, Meerforelle und Makrele. Die Nordsee ist bekannt für Dorsch, Scholle, Seezunge und die berühmten Nordseekrabben.
Was du einpackst, hängt stark von Zielfisch und Gewässer ab. Hier ein Überblick:
Eine mittlere bis mittlere schwere Spinnrute von 2,40 m bis 2,70 m mit einer hochwertigen Stationärrolle und geflochtener Schnur von 15 bis 30 lb ist ideal. Beim Hechtangeln solltest du immer ein Stahl- oder starkes Fluorocarbonvorfach verwenden. Bewährte Köder sind Blinker, Spinner wie Mepps, Gummifische von Marken wie Relax, Keitech oder Westin, Jerkbaits und Wobbler wie Modelle von Rapala. Gummifische am Jigkopf sind besonders beim Zanderangeln in tieferen Flussbereichen und Häfen sehr beliebt. Auch Köderfische wie kleine Rotaugen oder Stinte am Stahlvorfach funktionieren gut.
Karpfenruten mit 12 ft und 2,75 bis 3,5 lb Testkurve sowie große Freilaufrollen sind Standard. Boilies am Haar-Rig sind die erste Wahl. Mais, Brot und Pellets bringen ebenfalls Erfolg. Method-Feeder-Montagen funktionieren gut an Seen und ruhigen Flüssen. Kescher, Abhakmatte und Wiegeschlinge solltest du immer dabeihaben.
Leichte Spinnruten oder Fliegenruten eignen sich perfekt für Bergbäche und Alpenflüsse. Kleine Spinner in Größe 0 bis 2, Blinker und Naturköder wie Würmer sind effektiv. Beim Fliegenfischen bringen Nymphen, Trockenfliegen und kleine Streamer gute Ergebnisse.
Eine leichte Posen- oder Feederrute ist ideal. Maden, Würmer, Brot und Mais sind zuverlässige Köder. Anfüttern mit Lockfutter ist in Deutschland weit verbreitet.
Pack eine robuste Tacklebox, Zangen, besonders lange Zangen für Hecht, Hakenlöser, Stirnlampe für Morgen- und Abendstunden sowie polarisierte Sonnenbrillen ein. Das Wetter kann wechselhaft sein, daher sind wasserdichte Kleidung und Zwiebellook Pflicht.
Deutschland gehört zu den am strengsten regulierten Ländern Europas, wenn es ums Angeln geht. Die Regelungen werden auf Bundeslandebene festgelegt und unterscheiden sich je nach Region. Grundsätzlich gilt:
In den meisten Bundesländern brauchst du einen Fischereischein. Für Einheimische ist dafür eine bestandene Fischerprüfung nötig. Für Touristen gibt es in vielen Bundesländern einen Touristenfischereischein ohne Prüfung, zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Schleswig-Holstein oder Bayern mit zeitlicher Begrenzung.
Zusätzlich benötigst du für jedes Gewässer eine Angelkarte. Diese gibt es als Tages-, Wochen- oder Monatskarte in Angelshops, bei Vereinen oder teilweise online. Darin sind Fangbegrenzungen, Schonzeiten und weitere Regeln festgelegt.
Angeln ohne gültige Dokumente kann teuer werden. Bußgelder zwischen 100 und 5.000 Euro sind möglich. Auch deine Ausrüstung kann eingezogen werden. Führe daher immer Fischereischein und Erlaubnisschein mit dir.
Informiere dich vor deiner Reise genau über die Regeln im jeweiligen Bundesland. Angelgeschäfte und Vereine helfen dir gerne weiter.
Deutschland bietet weit mehr als gute Angelplätze. Wenn du mal eine Pause einlegst, kannst du zum Beispiel:
Deutschland verbindet saubere Gewässer, starke Fischbestände, beeindruckende Natur und kulturelle Vielfalt. Ob Hecht in Mecklenburg, Zander am Rhein, Wels in der Donau oder Forelle im bayerischen Bergbach, hier findest du dein persönliches Angelabenteuer. Buche jetzt deine Angelhütte und plane deinen unvergesslichen Angelurlaub im Herzen Europas.