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Stell dir ein Land vor, etwa halb so groß wie die Niederlande, aber mit über 2.700 Kilometern Küste, drei Nationalparks und mehr als 500 Seen. Das ist Wales, eine raue westliche Halbinsel auf der Insel Großbritannien, gelegen zwischen der Irischen See im Norden, der Keltischen See im Südwesten, dem Bristolkanal im Süden und England im Osten. Mit etwas mehr als 3,1 Millionen Einwohnern ist ein Großteil dieses alten keltischen Landes unberührt, dünn besiedelt und ganz der Natur verschrieben. Für Angler bedeutet das vor allem eines: herausragendes Angeln, kaum Konkurrenz und Landschaften, die dir noch lange im Gedächtnis bleiben.
Wales ist beim Angeln deutlich größer, als es auf der Karte wirkt. Tausende Kilometer Flüsse und Bäche, Hunderte Seen (lokal llynnoedd genannt) und eine abwechslungsreiche Küste mit geschützten Mündungen, Sandstränden, zerklüfteten Felsen und hohen Klippen bieten enorme Vielfalt. Ob du mit der Fliege auf wilde Bachforellen in einem Gletschersee angelst, nachts bei Mondschein Meerforellen (sewin) im Fluss nachstellst oder im Atlantiksurf mit Kunstködern auf Wolfsbarsch wirfst, dich erwartet Sport auf Topniveau zu Preisen, die dich positiv überraschen werden.
Wales ist berühmt für sein Salmonidenangeln. Die heimische Bachforelle ist die am weitesten verbreitete Art und kommt in Flüssen, Bächen und Bergseen im ganzen Land vor. Meerforelle und Atlantischer Lachs steigen in die walisischen Flüsse auf und bieten eines der spannendsten Wanderfisch-Erlebnisse in den Britischen Inseln. Die Äsche, oft als „Lady of the Stream“ bezeichnet, ist in mehreren Flüssen gut vertreten und sorgt besonders im Winter für tolle Fänge, wenn die Forellensaison geschlossen ist.
Für Friedfischangler ist der River Wye legendär. Hier und in seinen Nebenflüssen findest du Barben, Döbel, Hasel, Hechte, Barsche, Rotaugen und sogar vereinzelt Flusskarpfen in beeindruckenden Größen. Kleinere Stillgewässer im ganzen Land sind mit Karpfen, Brassen, Schleien, Rotaugen und Barschen besetzt. In einigen tiefen, kalten Bergseen in Snowdonia (Eryri) lebt zudem der Seesaibling, ein Relikt aus der letzten Eiszeit.
Mit dieser gewaltigen Küstenlinie bietet Wales extrem vielseitiges Salzwasserangeln. Zielfische sind unter anderem Wolfsbarsch, Dorsch, Pollack, Lippfische, Glatthaie, Plattfische wie Flunder, Scholle und Kliesche, verschiedene Rochenarten, Hundshaie, Conger-Aale, Makrelen, Hornhechte und Dornhaie. Von Felsen aus kannst du auch Light Rock Fishing betreiben und Grundeln, Schleimfische, kleine Lippfische und andere Arten fangen. Mit dem Charterboot weiter draußen hast du im Sommer Chancen auf Heringshai und sogar Blauhai.
Für das Fliegenfischen auf Flüssen und Seen eignet sich eine 9 bis 10 Fuß Rute der Klasse 5 oder 6 als vielseitiger Allrounder für Forelle und Äsche. Für Lachs oder größere Meerforellen greifst du besser zu einer Zweihandrute oder einer kräftigen Einhandrute der Klasse 7 bis 9. Nassfliegen, Trockenfliegen und Nymphen funktionieren gleichermaßen gut, wobei lokale Muster oft besonders fängig sind. Frag am besten im örtlichen Angelladen nach aktuellen Empfehlungen.
Beim Friedfischangeln sind klassische Posen- und Feederruten ideal. Für Barben im Wye nutzt du eine Rute mit 1,75 bis 2 lb Testkurve und Feeder-Montage. Heilbuttpellets, Frühstücksfleisch und Maden sind beliebte Köder. Für Hecht empfiehlt sich eine spezielle Hechtrute mit Stahlvorfach und totem Köderfisch oder großen Kunstködern.
Für leichtes Spinnfischen auf Barsch, Döbel oder Forelle passt eine 6 Fuß Rute mit 1 bis 10 Gramm Wurfgewicht, kombiniert mit einer 1000er Stationärrolle und dünner geflochtener Schnur um 0,10 mm. Beliebt sind Gummifische, kleine Crankbaits und klassische Spinner.
Am Strand brauchst du eine Brandungsrute für 4 bis 6 Unzen Blei sowie Krallenbleie, damit die Montage in der Strömung hält. Seeringelwürmer, Wattwürmer, gefrorene Sandaale und Fischfetzen sind Standardköder für Arten wie Wolfsbarsch, Rochen und Dorsch. An Piers und Hafenmauern reicht leichteres Gerät, oft kannst du sogar dein Süßwasser-Tackle nutzen.
Spinnfischen vom Ufer auf Wolfsbarsch boomt in Wales. Eine 9 bis 10 Fuß Spinnrute mit 10 bis 40 Gramm Wurfgewicht und geflochtener Schnur ist ideal für Oberflächenköder, Gummifische und Metalljigs über Fels und Sand. Gummis an krautfreien Haken sind besonders effektiv zwischen Tang und Felsblöcken.
Die Vorschriften in Wales sind klar geregelt und verbindlich. Wichtig für dich:
Regeln können je nach Fluss und Region variieren. Informiere dich immer vorab über die aktuellen Bestimmungen.
Auch abseits des Wassers hat Wales viel zu bieten:
In Wales kannst du morgens an einem wilden Bergsee auf Forelle fischen, nachmittags an einem legendären Fluss Barben nachstellen und abends im Atlantik auf Wolfsbarsch werfen. Dazu Burgen, Sternenhimmel, Dampfbahnen und unglaublich gastfreundliche Menschen. Buche jetzt deine Angelhütte und erlebe Wales selbst.